
Arthroskopie / Gelenkspiegelung
Dr. med. Peter Könings, Facharzt für Chirurgie/Orthopädie und Unfallchirurgie, bis März 2021 Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie im Allgemeinen Krankenhaus (AKH) Viersen
Fachbereich Orthopädie, Chirotherapie, Sportmedizin, Physikalische Therapie
Was ist die Arthroskopie?
Unter Arthroskopie versteht man Gelenkspiegelung, welche bei einer Vielzahl von Gelenkerkrankungen eingesetzt werden kann.
Der Vorteil dieser minimal-invasiven Verfahren, bei denen die Haut nur mit kleinsten Schnitten eröffnet werden muss, ist die geringere postoperative Schmerzbelastung und die deutlich niedrigere Komplikations- und Infektionsrate gegenüber offenen Verfahren.
Arthroskopien können mittlerweile an sehr vielen, auch kleineren, Gelenken angewandt werden. Am häufigsten werden sie am Knie und an der Schulter durchgeführt. Die bekanntesten Eingriffe am Knie sind Meniskus-, Knorpel- und Kreuzbandoperationen, an der Schulter können Engstellenbeseitigungen, Kalkentfernungen und Sehnennähte arthroskopisch operiert werden.
Wie wird eine Arthroskopie durchgeführt?
Nach der Indikationsstellung durch einen unserer Ärzte werden Sie nach einer ausführlichen Aufklärung über das Verfahren am gleichen Tag unseren Narkoseärzten vorgestellt, die Sie über die notwendige Narkose aufklären. Die ambulanten Operationen werden in der Regel in einer kurzen Vollnarkose durchgeführt.
Am Operationstag werden Sie in unserem ambulanten Operationszentrum von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des anästhesiologischen Fachbereichs in Empfang genommen und auf den geplanten Eingriff vorbereitet. Nach den üblichen präoperativen Vorbereitungen wie der Desinfektion und sterilen Abdeckung des OP-Bereiches, wird die Haut über dem entsprechenden Gelenk in der Regel an zwei, seltener drei, definierten Stellen mit kleinen Stichinzisionen, das sind sehr kleine Schnitte, eröffnet. Durch diese werden dann zum einen das Arthroskop, das ist ein Stab mit einer winzigen Kamera und zum anderen winzige Instrumente in das Gelenk eingeführt. Über einen Monitor kann jetzt das Gelenkinnere zunächst betrachtet und untersucht und anschließend die erforderliche Operation durchgeführt werden.
Kamerasystem |
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Handinstrument |
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Durch eine Spül/Saugvorrichtung können zum Beispiel Knorpel- oder Meniskusbestandteile aus dem Gelenk schonend entfernt und kleinere Blutungen unterbunden werden. Vor Beendigung der Arthroskopie wird in das Gelenk noch ein Betäubungsmittel injiziert, was zu einer deutlichen Verringerung der postoperativen Schmerzen beiträgt.
Mit zwei bis drei kleinen Hautnähten und einer sterilen Wundabdeckung werden der Eingriff und danach die Narkose beendet und Sie werden in den Aufwachraum gebracht. Dort werden Sie so lange gerätetechnisch und durch das OP-Personal überwacht und betreut, bis Sie nach Freigabe durch den Narkosearzt und Ihren Operateur wieder nach Hause entlassen werden können.
Bitte organisieren Sie im Vorfeld Ihren Rücktransport nach Hause mit Hilfe einer anderen Person und tragen Sie dafür Sorge, dass Sie in ihrem häuslichen Umfeld für mindestens 24 Stunden nach dem Eingriff nicht alleine sind!
Welche Risiken gibt es bei der Arthroskopie?
Über Ihre individuellen Risiken werden Sie durch Ihren Operateur und Narkosearzt im Einzelnen vor der Operation informiert.
Welche Nachbehandlung ist erforderlich?
Am Folgetag nach der Operation kommen Sie zur ersten postoperativen Kontrolle in die Orthopädie ALBERTUS ZENTRUM. Dort wird dann der erste Verbandswechsel durchgeführt und der OP- und Wundbereich ärztlich begutachtet. Je nach Eingriff wird Ihnen Ihr Operateur schon im Vorfeld oder im Aufwachraum sagen, ob und wie lange Sie Gehstützen gebrauchen müssen und ob eine physiotherapeutische Nachbehandlung erforderlich ist. In den meisten Fällen ist nach einer Knie-Arthroskopie die Vollbelastung des Beines sofort möglich.
Auch nach der Schulter-Arthroskopie dürfen Sie Ihre Schulter in den allermeisten Fällen direkt durchbewegen. Eine schnelle Mobilisation und Aufbelastung ist wichtig, trägt entscheidend dazu bei, Folgeprobleme zu vermeiden und ist ein Garant für ein gutes postoperatives Ergebnis. Nach der Knie-Arthroskopie müssen in aller Regel 7 Tage Heparin-Spritzen zur Thromboseprophylaxe verabreicht werden.
Fragen zum Verfahren und zur Übernahme der Kosten durch die Krankenkasse / Versicherung beantworten wir Ihnen gerne in einem persönlichen Gespräch.
Dieser Text wurde von der Orthopädie ALBERTUS ZENTRUM verfasst. Mehr Infos und das Impressum Orthopädie haben wir für Sie verlinkt. Wünschen Sie mehr Informationen, dann schauen Sie bei "Von A bis Z" vorbei.